Arbeitsplätze gegen Übergewicht

Es ist nicht einfach als Person gegen das Übergewicht zu kämpfen. Aber es ist noch schwieriger dagegen wirksame zentrale Maßnahmen auszuarbeiten. Auch in den europäischen Industriestaaten wird es immer dringender, die Tendenzen, welche mit dem Wohlstand zusammenhängen, aufzuhalten und umzukehren. Laut TESZ ist Übergewicht und die damit verbundenen unzähligen gesundheitlichen Problemen wie z.B. Allergie, Diabetes mellitus, Herz- und Kreislaufkrankheiten sowie die verschiedenen Darm- und Tumorerkrankungen sind die größte Belastung für das europäische Gesundheitssystem und in Folge auch für die Wirtschaft.

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Inzwischen existieren viele Schätzungen, wie viel die übergewichtigen Menschen den einzelnen Ländern kosten. Abhängig davon, wie man die Gesundheitskosten der Übergewichtigen definiert, gibt es mehrere Rechenansätze. In Irland werden z.B. die Behandlungskosten auf 70 Millionen Euro beziffert. In Deutschland schätzt man die Kosten der fehlenden Produktivität und die Kosten des zu frühen Todes auf 70 Milliarden Euro. Ohne die privaten und die nationalökonomischen Kosten gering zu schätzen, muss man betonen, dass die Nachteile des Übergewichtes auch die Unternehmen tragen.

Durch den frühen Tod, der mit dem Übergewicht zusammen hängt, verliert das Unternehmen eine eingeübte Fachkraft. Beziehungsweise mit dem häufig krankgeschriebenen Mitarbeiter oder auch durch Übergewicht verursachte persönliche Rückgang der Leistungsfähigkeit verringert dies die Produktivität eines Unternehmens. Die Lösung wäre viel zu einfach: die Arbeitgeber sollten in Zukunft nur noch dünne Menschen einstellen. Das Problem ist aber, dass z.B. in Deutschland fast jeder zweite Mensch übergewichtig ist, mit der Tendenz steigend.

In jedem Menschen lebt ein gesundes und ein schlankes Wesen, man muss es nur herausfördern. Dafür eignet sich am besten der Arbeitsplatz, da die meisten Menschen einen großen Teil ihres aktiven Wachzustandes hier verbringen. Häufig denken jedoch Arbeitgeber negativ über die gesetzlich vorgeschriebenen und die Gesundheit schützenden Gesetze. Und das obwohl viele Beispiele belegen, dass sich die Investitionen in die Gesundheit der Mitarbeiter langfristig auszahlen. Der Verwirklichung eines gesunden Arbeitsplatzes sind kaum Grenzen gesetzt. Es können z.B. ein Beratungsprogramm oder eine Vorsorgeuntersuchung angeboten werden.

Bewusst gesundes Essen, die Reduzierung des Arbeitsstresses am Arbeitsplatz, sowie die Unterstützung oder Aufmunterung zu sportlichen Aktivitäten der Arbeitnehmer können schnell sichtbare Ergebnisse liefern. Auch die Umsetzung nur einer dieser Möglichkeiten hat positive Auswirkungen auf die gute gesundheitliche Verfassung der Belegschaft und deren Stehvermögen. Nicht nur die Arbeitslust und die Loyalität zum Arbeitgeber, sondern auch die zusammen organisierten Programme können die Teamfähigkeit stärken, was zu den Erfolgen der Unternehmen beitragen kann.

Arbeitgeber, welche auf die Gesundheit seiner Mitarbeiter achten, werden schon nach einer kurzen Zeit mit der Senkung der Krankentage, der Steigerung der Leistungsfähigkeit, und der Loyalität zum Arbeitgeber belohnt. Wer auch längerfristig plant hat ein gesünderes und produktiveres Team. Jeder Arbeitgeber kann ausrechnen, wie viel er sparen könnte, wenn seine Angestellten jährlich 5 % weniger krankgeschrieben würden. Mit einem gut durchdachten Gesundheitsprogramm könnten die Krankheitstage um 20 bis 25 % gesenkt werden.